Der Altweibersommer kommt, der Silomais geht!

Aus wenig viel machen – Steigerung der Grundfutterleistung mit einem 6-Punkte-Plan

1. Häckselzeitpunkt

Der optimale Erntezeitpunkt orientiert sich am Trockensubstanz-Gehalt der Gesamtpflanze. 

  • kolbenreichem Mais (oder Hochschnitt) 37 bis 38 % TS in der Gesamtpflanze,
  • bei einem ausgewogenen Kolben-Restpflanze-Verhältnis 33 bis 34 % TS,
  • bei einem restpflanzenbetonten Mais 31 bis 32 % TS als anzustrebende Richtwerte.

Reifefortschritt einschätzen: Bei normal gemäßigter Witterung steigt der TS-Gehalt pro Woche durchschnittlich um 3 %. Bei hohen Temperaturen und viel Sonneneinstrahlung reift der Mais schneller, hier kann mit einer Steigerung um 5 % TS pro Woche gerechnet werden. Bei Silomais mit grüner und vitaler Restpflanze ist der optimale Silierzeitpunkt anhand der Körnerreife zu bestimmen: Ziel ist es hier das Maximum bei der Stärkeeinlagerung abzuwarten, mit 58 bis 60 % Trockensubstanz im Korn (schwarzer Punkt!) kommt sie zum Erliegen. 

2. Häcksellänge/-qualität 

  • Milchvieh: 7-13mm
  • Bullen: 5-10mm
  • Biogas: 3-7mm
  • Körner sollten komplett zerschlagen sein -> nach ersten Kippern Qualität kontrollieren und ggf. Cracker nachstellen

 

3. Verdichtung

  • Verteilung des Siliergutes immer über die ganze Fahrsilofläche
  • Möglichst dünne Schichten
  • Der Walzfahrer bestimmt das Häckseltempo, auch wenn der Häckselfahrer dafür warten muss!
  • Die letzte Schicht nicht länger als die darunterliegenden Schichten walzen -> Luftpumpeneffekt bis zu 30cm tief in der oberen Schicht möglich!

 

4. Siloschutz

  • Randfolie -> möglichst wenig einschlagen, da sich die Folie schlecht anpassen kann sammelt sich hier der Sauerstoff und wird veratmet (gelb-brauner Mais)
  • Unterziehfolie -> sorgt durch ihre Anschmiegsamkeit, dass der Rest an Sauerstoff an der Oberfläche verdrängt wird 
  • Silofolie -> Wir empfehlen Silo2Block® eine leichte 7-lagige 90 µm Folie, die Trittsicher ist und eine 20-fach höhere Sauerstoffbarriere besitzt 
  • Siloschutzgitter -> verhindert das Flattern der Folie, sowie Schäden durch Vögel und Nagetiere
  • Silosäcke -> alle 4-5 Meter Querbarrieren mit Silosäcken legen, verhindert ein wandern der Luft
     

Quelle: KWS

 

5. Silohandling

  • Sollte die aktuelle Silage bereits knapp sein und es muss direkt im Anschluss weiter gefüttert werden -> separaten Haufen machen!
  • Sehr früh zu öffnende Silagen mit Pioneer SILABAC® Mais Kombi RAPID REACT® Siliermittel behandeln -> Silage kann nach 8-10 Tagen geöffnet werden
  • Früh zu öffnende Silagen mit Pioneer SILABAC® Stabilizer Siliermittel behandeln -> Silage kann nach 4 Wochen geöffnet werden
  • Zur Verbesserung der Futtereffizienz Pioneer 11CFT Siliermittel verwenden -> Rohfaser wird zum Teil bereits aufgeschlossen und höhere Grundfutteraufnahme durch verbesserte Schmackhaftigkeit
  • Aufgeblähte Silofolien dürfen nicht abgelassen werden!
  • Ausreichend Vorschub um Nacherwärmung zu vermeiden -> Winter 1,5-2m; Sommer 2,5 bis 3m

 

6. Fütterungsempfehlung

Der Anteil der beständigen Stärke ändert sich mit der Lagerdauer im Fahrsilo. Die Gärsäuren und mikrobielle Aktivität im Silo greifen vor allem die Eiweißhülle um die Stärkemoleküle an. Der Gehalt an beständiger Stärke sinkt und es entsteht die Gefahr einer Pansenübersäuerung. Nach ca. 3 Monaten sind diese Abbauprozesse beendet und der Gehalt an beständiger Stärke ist stabil.
 

  • Bei Beginn der Fütterung von „neuem“ Silomais den Anteil an schnell verfügbarem Getreide etwas erhöhen (Weizen/Gerste)
  • Über den Zeitraum von 3 Monaten den Körnermaisanteil in der Getreidemischung wieder langsam erhöhen
     

-> Für eine betriebsindividuelle Fütterungsempfehlung fragen Sie unsere Fütterungsberaterin Sabrina Lehnen Tel. 0170/3721866